Gelebte Gleichberechtigung als Weg aus der Krise - Q7a
Ich trete so massiv für die Frauenrechte ein, aus zwei Gründen:
Zum einen, bin ich vernünftig (meine ich zumindest) und wohl auch etwas egoistisch. Ich bin fest davon überzeugt, so ein Finanzdesaster, wie gegenwärtig, hätte es mit spürbar mehr Frauen in den Führungsetagen von Finanz, Wirtschaft und Verwaltung nie gegeben.
Frauen sind einfach nicht so extrem einzig nur auf den zähl- und messbaren Erfolg getrimmt, die wenigen Frauen heute in den Führungspositionen fallen ja gar nicht ins Gewicht. Frauen wollen von sich her mehr Kommunikation, mehr soziales Miteinander, weniger die Hatz nach immer mehr-, sind bedächtiger, Männer spielen dagegen mehr -wer wird Sieger-. Ich denke auch nicht, nur Frauen, das wäre es. Ich denke, in der gegenseitigen Ergänzung, in der recht genauen hälftigen Aufteilung der Führungspositionen läge der Erfolg.
Wir können uns natürlich immer nur hinstellen und lachen, wenn Komiker erzählen: HäHä, Frauen sind ja soooo anders. Oder, wir könnten darüber nachdenken. Zumindest sind sie ja nicht anders als die Hälfte der Bevölkerung, denn sie sind die Hälfte der Bevölkerung. Also, anders als wer??
Es muss doch einfach möglich sein, von diesem -anders- auch zu profitieren. Denn genau dieses -anders- suchen wir doch. Wir versuchen aber, es mit Gesetzen aufzuzwingen, anstatt es mit Frauen in die Unternehmen einzupflanzen. Frauen haben bereits aus sich heraus andere Werte als Männer, mit ihnen gäbe es schon von ihrer Natur her nicht dieses ständige Gehetze nach immer, immer, immer mehr.
Was wird denn jetzt geschehen?? Die Politiker werden sich neue Regeln ausdenken und die Bankprofis werden sich daraufhin dafür neue Produkte ausdenken, die noch undurchschaubarer, noch riskanter und noch rentierlicher sind und irgendwann knallt es wieder, dann aber noch schlimmer als vor 100 Jahren.
Derzeit gilt doch und läuft auch schon wieder neu an, 22% Rendite sind besser als 20%, 24% aber besser als 22% und 25% besser als 24%, die Postbank will sogar wohl 30% Jahresplus erwirtschaften, immer besser, größer, renditeträchtiger und das auch immer schneller. Und wenn man dafür noch einige 1000 entlassen muss, noch einige Kunden mehr neppen muss, nur zu, wenn es doch der Rendite dient. Immer größer, weiter, besser, egal womit und egal mit welchen Folgen, das ist eher männertypisch und es ist nur mit unsozialen Mitteln erreichbar, das wäre einfach nicht frauentypisch.
Das heißt aber nun nicht, ich erwartete mit mehr Frauen in den Führungsetagen nur noch sonnige Zeiten, das auch nicht, nur nicht solche extremen, selbst fabrizierten Pendelausschläge. Eben mehr Ausgleich zwischen Männer- und Frauenwerten, weniger extreme Schwankungen.
Wir haben doch die Verhinderung der nächsten Wirtschaftkrise greifbar nahe vor Augen. Die Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier, sondern wirklich gelebt, d.h. 50% Frauen in den Unternehmensvorständen und so eine Krise wiederholt sich nicht wieder.
Die nachhaltige Lösung liegt doch so offensichtlich vor uns. Nur - ein Tabu - Frauen massenhaft in Finanz- und Industrievorständen, undenkbar.
Wirklich, da könnte man ja auch gleich sagen, dass so ein Niggerbimbo amerikanischer Präsident wird. So ein unrealistischer Unsinn, Neger im Weißen Haus und Frauen massenhaft in allen Vorständen - beides absolut undenkbar, wo kämen wir denn da hin?? So was geschieht nie, dass wäre ja … .
Und???? Was war??? Dieses einst total Undenkbare geschah - ganz ohne Erdbeben und Flutkatastrophe. Wie lange wird es aber nun noch dauern, bis im ersten wichtigen Entscheidungsgremium hälftig Frauen sitzen??
So wie es bisher alles nur weiterläuft, wird nur der dritte große Crash vorprogrammiert, pro Jahrhundertanfang immer einer. Wenn die Erinnerung verblasst und die vernichteten Milliarden nur noch ein kleines Geschichtsdatum sind, knallt es ohne nachhaltige Lösung wieder.
Ich bin auch ziemlich überzeugt davon, Arcandor, Märklin, Schiesser und all die anderen, das sind ja nun ganz bestimmt eigentlich keine Schrott-Unternehmen und dennoch - Pleite.
Und mein sehr starker Verdacht ist, das liegt auch an dem Männerkumpel-Zusammenhalt in den Vorständen. In Vorstände wird man selten hineingekauft. Bei aller Konkurrenz, in Vorständen herrschen langjährige Männerkontakte vor, da weiß man einfach, wer der Leitwolf ist usw. Wenn dabei irgendwann der Chef/Wortführer den Trend usw. verpennt, widerspricht ihm keiner sofort und ggf. war es das dann. Einem Fehler folgt der nächste Fehler zum Ausgleich, der Abwärtsstrudel ist da. Und ich denke mir, eigentlich sind Männer, neben Frauen sitzend, weniger Kumpel, sondern mehr der selbstbewusste Fachmann.
Ich glaube, spürbar mehr Frauen in den Vorständen täte der Qualität der Vorstände wirklich gut. Denn, warum ändert sich denn da nichts, trotz angeblicher Gleichberechtigung?? Mann ist eben gerne unter seinesgleichen. Doch, das ist wie in der Landwirtschaft, hoch gezüchtete Monokulturen sind eben auch sehr anfällig. Eine gesunde Mischung wäre vorteilhaft.
Ob so der nächste Crash ganz vermeidbar wäre?? Ich vermute, eher nicht. Aber, bestimmt wäre er viel abgemilderter. Frauen sind einfach keine solchen Extremzocker.
Und, derzeit müssen Frauen ja auch noch immer nach den reinen Männerregeln spielen, sind sozusagen nur Hilfs-Männer. Ich glaube, erst wenn das Wirtschaftsystem und die Studiengänge langsam etwas mehr weibliche Werte bekämen, werden die Frauen erst ihre eigenen Stärken voll einbringen können.
Denn derzeit ist ja das ganze Wirtschaftsystem, jede Wertigkeit darin, einzig nur männerbestimmt und es ist eben falsch, wenn in einer sozialen Marktwirtschaft nur die Rendite zählt. Es zählen eben auch weiche Werte, wie Arbeitsplätze, Arbeitsplatzsicherheit usw. (Wobei, für die betroffenen Arbeiter ist das nicht weich, sondern ganz hart, ganz harte Realität). Und dabei sind Frauen von der Veranlagung her realistischer als Männer.
Es gibt zur Zeit auch Diskussionen um eine Reform der Finanzkontrollen zu den Finanzmärkten. Aber, werden die Kontrollen besser, werden eben auch die Finanzinstrumente nur noch besser, sprich, noch windiger und cleverer formuliert, der nächste Finanzgau wird gerade vorprogrammiert, diesmal eben nur mit noch mehr Aufsicht.
Dabei gäbe es eine bestimmt vernünftige Lösung. Mehr Frauen in die Vorstände. Die auch reelle Erfüllung der Gleichberechtigung in den Vorständen der Wirtschaft. Dann ziehen automatisch neue Werte und Ziele in die Unternehmen ein. Und ein Unternehmen von innen her reformieren ist garantiert erfolgversprechender, als es mit Gesetzen vermeintlich zu bändigen.
Und zweitens, bin ich einfach für Gerechtigkeit und es wird ja nun niemand bestreiten, Frauen sind da. Sie sind doch wirklich einfach vorhanden und ich empfinde es einfach so: Sie existieren und das auch noch mit knapper Mehrheit in der Gesellschaft, sie sind dazu auch gleichberechtigt, ja warum sitzen sie dennoch kaum an den wirklichen Schalthebeln der Macht??
Und wer jetzt glaubt, Unternehmen, in denen Gleichberechtigung herrscht, hätten auf dem Weltmarkt keine Chance, ich vermute eher, sie bekämen einen erheblichen Innovationsvorsprung, weil da ja dann die Hälfte der Belegschaft neu wäre und mit ganz neuen, unverbrauchten Ideen käme.
Frauen haben sich letztlich aber doch mit den praktisch unbedeutenden Nebensächlichkeiten für die Verteilung der Macht, wie Wahlrecht, Führerschein, Konto usw. ruhig stellen lassen und nun ist die Luft raus.
Das Wahlrecht ist ja letztlich ein passives und ein aktives Wahlrecht. Die Frauen nutzen aber verstärkt nur ihr aktives Wahlrecht. Sie begnügen sich also mit der Rolle des Zuschauers, der mit seinem Applaus die Richtung der Akteure empfiehlt. Immer wieder bemerke ich, einem Bevölkerungsanteil von knapp über der Hälfte der Frauen steht eine konkrete Beteiligung an der Macht von unter einem Drittel am Bundestag und zwei von 200 der DAX-Vorstandsmitglieder usw. gegenüber.
Als ganz schlimm empfinde ich es dazu auch noch, wenn ich dann noch in diesem Zusammenhang auf eine Negativ-/oder Umgekehrtzensur stoße, d.h. einfach eine Zensur durch Verschweigen von den freien Schreibenden selber. Ich konnte doch wirklich im Net nicht herausfinden, wie viele Frauen nun eigentlich in der Bundesversammlung/Präsidentenwahl Mitglied sind.
Es macht mich schon sehr misstrauisch, wenn ich nach dem googeln folgender vier da unten folgenden Wortkombinationen und der Durchsuchung jeweils der ersten sieben Seiten davon, kurz vor der Präsidentenwahl, immer noch nicht weiß, wie viele Frauen denn nun in der Bundesversammlung saßen. Da wird einem Normalität vorgegaukelt. Motto - ist doch egal was die Realität ergibt, die Gesetze sagen -ja, Mann und Frau sind gleich-, dann sind sie eben von nun an auch gleich. Und niemand passt noch auf, was eben die Realität tatsächlich ergibt.
Stimmt, vor dem Gesetz sind Frauen gleich, aber nicht in der Realität und solange nicht in Bundesversammlung, Bundestag, DAX-Vorständen usw. die Hälfte Frauen sitzen, gehören diese Zahlen regelmäßig veröffentlicht, als Indikator der real gelebten Gleichberechtigung, denn mindestens überall rund 50% Frauenanteil, gemäß Bevölkerungsanteil, nur das wäre echte, auch praktisch gelebte, Gleichberechtigung.
Aber, hier nun noch die vier Wortkombinationen nach denen gegoogelt wurde:
Bundesversammlung + Frauenanteil
Bundesversammlung + Frauen
Bundesversammlung + Mitglieder
Bundesversammlung + Zusammensetzung
Und das bei Google, je sieben Seiten durchsucht, nichts gefunden. Es geht auch nicht darum, dass jemand nun den Geheimtipp wüsste, ja, aber unter www.xyz.de steht doch, wie viele Frauen in der Bundesversammlung sitzen, es geht darum, dass die Normalität herbeigezwungen/-geschwiegen wird, wo aber noch längst keine Normalität ist.
Normal und gerecht wären aber etwa halbe/halbe im groben Schnitt, mal mehr, mal weniger. Aber was ist?? In sämtlichen Machtzentralen, ob Politik, Wirtschaft und Verwaltung sind Frauen unterrepräsentiert, bis sogar sehr stark unterrepräsentiert. Ich sehe, das Ziel heißt -Hälfte-, gemäß Bevölkerungsanteil und darum ist es kein Erfolg, sondern ein Schlag in die Magengrube, wenn es dann heißt: Erfolg, für die Gleichberechtigung, 2 Frauen neu in den DAX-Vorständen. Anstatt 0% nun 1%, das ist eine Nasführung, da sehe ich nur, die Gesetze stimmen zwar bereits, aber das System komplett noch nicht. Völlig egal, ob die Männer weiter blocken, oder ob der Frauennachwuchs fehlt. Das ist keine gelebte Gleichberechtigung.
Und ich glaube recht sicher, wir würden wirtschaftlich und gesellschaftlich davon profitieren, wenn wir die 50% der Gesellschaft, die bisher überwiegend ungenutzt brach liegen, richtig einsetzen würden. Nur die Paschas, die Frauen lieber nur hinter dem Herd hätten, könnten dagegensprechen.

